Fragen und Antworten

 Bin 5 Tage vor Ablauf der Kündigungsfrist krank geworden. Bleibt mein Austrittstermin oder muss ich „nachsitzen“? 

Hat der Arbeitgeber gekündigt, schiebt die Erkrankung die Kündigungsfrist hinaus. Diese ver­längert sich dann mindestens um die ­Anzahl Krankheitstage. Und weil ein Arbeitsverhältnis laut Gesetz nicht mitten im Monat enden darf, verlängert sich die Frist aufs nächstfolgende Monatsende. Dies gilt auch wenn man nur fünf Tage im Bett gelegen ist. So stellt das Gesetz sicher, dass dem gekündigten Arbeitnehmer im Fall vorüber­gehender Arbeitsunfähigkeit genügend Zeit zur Stellensuche verbleibt. Haben Sie bereits eine Stelle anschliessend angenommen, können sie freiwilig auf die Schutzbestimmung verzichten.

 

Was ist ein Vorsorgeauftrag?

Wer infolge eines Unfalles, wegen plötzlicher schwerer Erkrankung oder Altersschwäche nicht mehr selber für sich sorgen kann und urteilsunfähig wird, ist auf die Hilfe Dritter angewiesen. Mittels eines Vorsorgeauftrags kann jede urteilsfähige Privatperson sicherstellen, dass dann jemand anders die notwendigen Angelegenheiten erledigen kann. Vor allem betagte Menschen können so ihren Willen rechtzeitig festhalten und eine nahestehende Person oder Fachstelle zur Regelung ihrer Angelegenheiten für den Fall der Urteilsunfähigkeit beauftragen und ermächtigen. Liegt ein rechtsgültiger Vorsorgeauftrag vor, können sehr oft Massnahmen der KESB, die meist mit zusätzlichem Aufwand und Kosten verbunden sind, vermieden werden.

Ist der Erbvertrag mit dem Testament gleichwertig?

Grundsätzlich ja. Beide Dokumente bieten dem Erblasser die Möglichkeit, im gesetzlichen Rahmen seinen Nachlass frei zu regeln. Beim Erbvertrag benötigt der Erblasser allerdings die Zustimmung der künftigen Erben, beim Testament nicht. Allfällige Pflichtteilsverletzungen könnten bei einem Testament von den Erben angefechtet werden. Beim Erbvertrag wäre das nicht der Fall, da die Erben dem Vertrag zugestimmt haben.

Ich möchte ein Testament erstellen, aber leider kann ich nicht mehr so gut schreiben. Kann ich das Testament mit dem Computer schreiben und unterzeichnen?

Ja, Sie können Ihr Testament mit dem Computer erstellen. Damit jedoch ein nicht handschriftlich erstelltes Testament seine rechtliche Gültigkeit erlangt, muss es von einem Notar amtlich beglaubigt sowie von zwei Zeugen unterzeichnet werden.

Für einen Mitarbeiter muss ich die Überzeitauszahlung vornehmen. Wie berechne ich den Stundenlohn?

Den Stundenlohn berechnet sich wie folgt: Monatslohn durch Anzahl Arbeitsstunden = Stundenlohn
Bei einer 40 Stundenwoche gilt 174 Arbeitsstunden pro Monat
Bei einer 42 Stundenwoche gilt 182 Arbeitsstunden pro Monat

Ich habe Angestellte im Stundenlohn. Was muss ich als Ferienentschädigung dazu rechnen?

Im Stundenlohn wird die Ferienentschädigung wie folgt dazu gerechnet und muss separat ausgewiesen werden:
8.33% bei 4 Ferienwochen / 10.64% bei 5 Ferienwochen / 13.04% bei 6 Ferienwochen

Was gilt es auf dem Lohnausweis 2016 betreffend FABI zu beachten?

FABI bringt insbesondere Änderungen bei der Vergütung von Wegkosten mit sich. Diese hingegen sind eher in der privaten Steuererklärung ein Thema. Falls der Mitarbeiter aber nicht jeden Tag zum Firmensitz fährt, muss dies auf dem Lohnausweis unter Bemerkungen notiert werden. Per 1.1.2016 gilt die neue Wegleitung zum ausfüllen der Lohnausweise. Es gibt einige neue Punkte zu beachten (Siehe Dokument Neue Wegleitung Lohnausweis).

Ich habe eine Einzelunternehmung (Eigenkapital CHF 150‘000.00) und möchte ein Aktiengesellschaft gründen. Kann ich meine Einzelfirma für die AG Gründung benutzten und kann diese alle Aktiven und Passiven übernehmen?

Ja, Ihre Einzelunternehmung kann in eine Aktiengesellschaft umgewandelt werden. Sie gründen als Person die AG und bringen Ihre Einzelunternehmung mit sämtlichen Aktiven und Passiven in die AG ein. Wichtig ist, dass das Eigenkapital mindestens CHF 100‘000.00 ausweist. Als Gegenwert erhalten Sie anschliessend Aktien der neu gegründeten AG.

Kann ich eine GmbH/AG auch mit einer Sacheinlage gründen?

Ja, das Gründungskapital kann auch mittels einer Sacheinlage eingebracht werden zum Beispiel ein Fahrzeug, welches Sie in die Firma einbringe und anschliessend nutzen können. Der Mindestwert der Kapitaleinlagen müssen erreicht werden.

Ich möchten eine Firma gründen (Teilzeitpensum ca. 20%) bin aber noch nicht so sicher wie es laufen wird. Ein Kollege meint, ich soll doch eine GmbH machen, weil das einfach, schnell und ohne grosse Kapitaleinzahlung geht. Stimmt das so?

Eine GmbH mit einer Barliberalisierung des Gründungskapital von CHF 20‘000.00 ist relativ schnell gegründet, das ist richtig. Es fragt sich jedoch, ob diese Rechtsform für Sie die richtige ist. Allenfalls macht es Sinn eine Einzelfirma zu gründen wo fast keine Gründungskosten anfallen und falls es nicht so läuft wie gewünscht, ist diese auch viel einfach zu löschen.

Unsere minderjährigen Kinder haben von einer Grosstante CHF 500‘000 geerbt. Müssen wir das Vermögen in unserer Steuererklärung angeben?

Das Einkommen und Vermögen minderjähriger Kinder ist von jenem Elternteil zu deklarieren, der den Kinderabzug vornehmen kann. Steht den Eltern der Kinderabzug je hälftig zu, sind Einkommen und Vermögen von den Eltern je hälftig zu deklarieren.

Ich besitze eine Liegenschaft im Ausland. Muss ich sie in der Schweiz versteuern?

Ja. Einkommen, Vermögen und Schulden weltweit gehören in die Steuererklärung am domizilierten Ort, z.T. sind sie nur satzbestimmend.

Ich plane für meine Liegenschaft eine energietechnische Sanierung. Kann ich die Kosten für das Energiekonzept in der Steuererklärung zum Abzug bringen?

Ja, die Kosten für energietechnische Analysen und Energiekonzepte dürfen in Abzug gebracht werden.

Ich werden an meinem Haus einen Wintergarten anbauen. Kann ich die Kosten in der Steuererklärung voll in Abzug bringen?

Nein, es dürfen nur werterhaltenden Investitionen in Abzug gebracht werden. Die Neuanbringung eines Wintergartens ist eine wertvermehrende Investition welche nicht zum Abzug berechtigt ist.

Ich wohne im Kanton Zürich und habe im Kanton Graubünden eine Ferienwohnung gekauft, welche ich selber nutze aber auch vermiete. Muss ich nun in Graubünden auch Steuern bezahlen?

Ja, Sie werden in Graubünden beschränkt steuerpflichtig und zwar für die Einnahmen aus der Vermietung sowie einem Anteil an der Eigennutzung (Eigenmietwert) und dem Vermögenswert der Liegenschaft.

Ich habe ein Geschäftsfahrzeug welches ich auch Privat nutzen darf. Muss ich betreffend FABI etwas in der Steuererklärung 2016 beachten (Wohnort Winterthur / Arbeitsort Wil)?

Ja, neu müssen Sie in der Steuererklärung die Wegkosten von Winterthur nach Wil aufrechnen. Anschliessend wird dieser Betrag um den max. zulässigen FABI-Pauschal pro Jahr, CHF 3000, gekürzt. Die Differenz gilt es neu als Einkommen zu versteuern. Bei Ihrem Beispiel sieht das wie folgt aus: 2 x 32 Km x 70 Rappen x 240 Tage = CHF 10‘752 – CHF 3‘000 = CHF 7‘752. Dieser Betrag wird Ihnen als steuerbares Einkommen aufgerechnet.

Ich beziehe immer wieder Leistungen im Ausland. Muss ich betreffen der MWST für die Buchhaltung etwas beachten?

Wer Leistungen (Dienstleistungen und/oder Lieferungen) von Unternehmen mit Sitz im Ausland bezieht, welche in der Schweiz bei der MWST nicht registriert sind, muss die Leistung grundsätzlich versteuern (sog. Bezugssteuer). Bsp. Google Adwords: Sie erhalten eine Abrechnung ohne MWST Zuschlag. Damit die MWST korrekt erfasst ist, müssen Sie nun auf den bezahlten Betrag die 8% MWST erfassen. Falls Sie mit Saldomethode abrechnen gilt es die 8% dem Bund abzuliefern. Bei der effektiven Methode ist es ein Nullsummenspiel, da Sie die 8% MWST wieder als Vorsteuer abziehen können.

Ich werde mich selbständig machen und erziele voraussichtlich CHF 250’000 Umsatz. Muss ich eine doppelte Buchhaltung führen?

Nein. Einzelunternehmen und Personengesellschaften mit weniger als CHF 500‘000 Umsatzerlös pro Jahr müssen lediglich über die Einnahmen und Ausgaben sowie über die Vermögenslage Buch führen. Dies kann im Excel gemacht werden.

Muss ich mir für die Private Nutzung des Geschäftsfahrzeuges in der Buchhaltung etwas aufrechnen?

Ja, für die Private Nutzung des Geschäftsfahrzeuges muss eine Aufrechnung erfolgen. In der Regel wird der Betrag durch die Pauschale von 9.6% des Kaufpreises (exkl. MWST) quantifiziert. Der entsprechende Betrag ist ebenfalls im Lohnausweis unter Ziffer 2.2 aufzuführen.

PDF Geschäftsfahrzeug

Nun ist auch unser drittes Kind ausgezogen und drei Zimmer stehen leer. Dürfen wir nun den Eigenmietwert im Verhältnis reduzieren?

Ja. Viele Kantone lassen einen tieferen Eigenmietwert zu, falls die Zimmer auch wirklich ungenutzt bleiben. Dies gilt auch für Eigentumswohnungen.